Diesmal hat sie es leider nicht mehr geschafft! Schon mehrmals war sie in ihrem kurzen Leben dem Tod von der Schippe gesprungen, diesmal ist es ihr nicht mehr gelungen.
Mit 8 Wochen kam sie mit Diana und
Manfred in unsere Staffel. Sie wurde ausschließlich für
die Arbeit zum Rettungshund ausgewählt. Ihre Veranlagung war
dieser Arbeit mehr als entsprechend. Sie zeigte von Anfang an ein
gegenüber Mensch und Tier sehr aufgeschlossenes Wesen und einen
ausgeprägten Hang zum Spielen. Optisch glich sie einem schwarzen
Eisbär mit Riesenpranken. Als erwachsener Hund war der imposante
lackschwarze Altdeutsche Schäferhund eine Augenweide für
Kenner der Rasse.
Ihr ausgeglichenes Wesen musste sie zwangsweise von Beginn an unter Beweis stellen, wurde sie doch von unserer Ältesten (Bricole) von Anfang an "untergebuttert". Solch ein stürmisches Wesen in der Staffel bereitete unserem damals schon fast 10jährigen Zotteltier große Sorge beim Spielen umgerannt zu werden. Doch Eylin umging diese unleidliche Alte, indem sie große Bögen um sie machte. Niemals, auch nicht als erwachsene läufige Hündin, hätte sie den Status von Bricole in Frage gestellt.
Ihrem Wesen und Temperament entsprechend machte sie schnell große
Fortschritte bei der Sucharbeit. Schon mit einem halben Jahr stellte
die Suchgebietsgröße der Prüfungssuche für sie
keine Herausforderung mehr dar. Immer wieder mussten sich die
Ausbilderinnen für diesen lernfreudigen, arbeitssüchtigen
Schäferhund neue, anspruchsvollere Aufgaben überlegen. Die
Baumsuche forderte sie heraus, mit hoher Nase zu arbeiten und
wahrgenommene Düfte erst auszuarbeiten, bevor die Anzeige
erfolgte. Bei Nachtsuchen zeigte sie, dass auch Wildfährten sie
nicht von der Suche nach menschlicher Witterung abbringen konnten.
Ihr ausgeprägter Hang zur selbstständigen Suche bereitete
ihrer Hundeführerin jedoch immer wieder Kopfzerbrechen, zeigte
sich Eylin doch teilweise nur schwer lenkbar. Sie ging von Anfang an
mit einem ihr eigenen Suchschema an die Arbeit und ließ sich
dieses von Diana nicht durchkreuzen. Entsprechend musste Diana sich
immer wieder die Vorträge à la Judith zum Thema
Unterordnung anhören.
Als Eylin im November 2003 ihre erste Prüfung in Trümmer und Fläche ablegte, hatte sie bereits eine bewegende Krankengeschichte hinter sich gebracht. Ein Darmverschluss veranlasste den behandelnden Tierarzt zu der Prognose "Überlebenschance unter 5 %" und riet zur Einschläferung. Doch Diana und Manfred glaubten an den starken Überlebenswillen ihres Hundes und Eylin nutzte ihre kaum vorhandene Lebenschance und wurde, nachdem ihr ein Teil des Darmes entfernt worden war wieder vollkommen gesund!
Noch vor der Prüfung erkrankte Eylin dann auch noch an
Borreliose. Als sie wieder einigermaßen im Vollbesitz ihrer
Kräfte war, zog sich Diana schließlich am Vorabend der
Prüfung 2003 beim Bauen der Verstecke auf dem Trümmerkegel
einen Muskelfaserriss zu! Aber auch Diana erwies sich ebenso wie ihr
Hund als äußerst widerstandsfähig und absolvierte die
Trümmer- und Flächenprüfung mit Bravour und teilweise
schmerzverzerrtem Gesicht. Eylin bestritt von nun ab verschiedene
Flächeneinsätze und im Sommer 2004 sogar einen
Trümmereinsatz, bei dem sie gewohnt zuverlässig arbeitete.
Einen weiteren gesundheitlichen Rückschlag erlitt sie in Form einer Magendrehung während deren Verlauf sie erneut um Haaresbreite dem Tod entging. Nachdem sie gerade vor drei Wochen erneut erfolgreich ihre Flächenprüfung absolviert hatte meinte es das Schicksal nun nicht mehr gut mit ihr. Sie erlag mit nicht mal 4 Jahren einer erneuten Magendrehung, auch die Tierklinik in Giessen war nun machtlos.
Die gesamte Hundestaffel trauert mit Diana, Manfred und Sohn Florian um unseren frechen schwarzen Teufel Eylin...